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In Zehlendorf empfängt das Haus am Waldsee nach der Renovierung Kunstfreunde mit aufsehenerregenden Ausstellungen zeitgenössischer Werke.

BERLIN 1945. DIE STADT LIEGT IN TRÜMMERN. Auch in Zehlendorf ist der Krieg vorbei, die sowjetische Armee ist einmarschiert. Dennoch herrscht eine gewisse Aufbruchstimmung, vor allem unter den überlebenden Künstlern Berlins. Einer von ihnen ist Ewald Vetter, der bei der Suche nach Ausstellungsräumen auf eine Villa im vorneh- men Grunewald stößt und die bezirkliche Verwaltung darauf auf- merksam macht – eine wahre Oase im Gegensatz zur zerstörten, noch qualmenden, verkohlten Stadt. Denn die im englischen Landhausstil konzipierte Villa, die der Textilhändler Hermann Knobloch in den Zwanzigerjahren beim Berliner Architekten Max Werner in Auftrag gegeben hatte, liegt umgeben von einem herrlichen Garten an einem See und ist fast unbeschädigt. Im Oktober 1945 übernimmt das Bezirksamt Zehlendorf die Villa und quartiert das Kunstamt ein. Die Kunstämter fungierten damals nicht nur als Meldestelle für Künstler, sondern gaben auch Essensmarken aus und waren wichtige Treff- punkte. Die Villa am See in Zehlendorf entfaltete von Anfang an eine ganz besondere Dynamik. Zu der Zeit etablierte sich auch der Name, unter dem sie berühmt werden sollte: Haus am Waldsee.